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Die Geschichte des Skatspiels - Spielkarten

Die Spielkarten im Wandel der Zeit
Stukeley Cards, kolorierter Holzschnitt, Hersteller unbekannt, Nürnberg um 1540
Karnöffel
Volksspielkarte, kolorierter Holzschnitt, vermutlich Augustin Pfeffer, Leipzig um 1580
Karnöffel
Heraldisches Kartenspiel, Wappenkarte, kolorierter Kupferstich, Hersteller unbekannt, wohl Nürnberg um 1692
 
Liebes-Orakel, kolorierter Kupferstich, unbekannter Hersteller, wohl Nürnberg um 1700
 
Deutsche Spielkarten, Gotthard Schenleitner, Waidhofen an der Ybbs um 1720
 
Pariser Einfachbild, kolorierter Holzschnitt, Paris um 1770
Pikett
Rümpf- oder Solo-Karten, kolorierter Holzschnitt, Christoph Heinrich Scharschmidt, Buchholz um 1780
Solo
Shakespeare, Kartenfabrik der Witwe Geismer, Andreas Stöttrup, Hamburg 1787  
Whist
Bayerische Einfachbildkarten, kolorierter Holzschnitt, Andreas Benedikt Göbl, München um 1790
Schafkopf
Solo-Spielkarten, Schwerterkarte, kolorierter Holzschnitt, Samuel Gottlieb Boehme, Dresden um 1790
Solo
Tiertarock, kolorierter Holzschnitt, Johann Christof Ries, Frankfurt a.M. um 1800
Tarock
Spielkarten-Almanach, kolorierter Kupferstich, J. G. Cotta'sche Buchhandlung, Zeichnungen Wilhelm Christian von Faber du Faur, Tübingen 1807  
 
Tiertarock, kolorierter Holzschnitt, Johann Friedrich Crato, Lüneburg um 1809
Tarock
Pariser Doppelbild, kolorierter Holzschnitt, unbekannter Hersteller, wohl Hamburg um 1810
Pikett
Neue Schwerterkarte, kolorierter Kupferstich, Industrie Comptoir, Leipzig um 1810
Solo, Schafkopf, Scat
Befreiungskriegskarte (Sieges-Karte), kolorierter Kupferstich, Friedrich Gotthelf Baumgärtner, Leipzig 1815  
Solo, Schafkopf, Scat
Pharao Spielkarten, kolorierter Kupferstich, Industrie Comptoir, Leipzig um 1820
Pharao
Scat-Blatt aus der ersten Altenburger Spielrunde, kolorierter Holzschnitt, Christian Theodor Traugott Sutor, Naumburg um 1820
Skat
Handgemalte Schwerterkarte, Unikat, Franz Reither, Leipzig um 1830
Solo, Skat
Italienische Tarockkarten (Tarocchi), kolorierter Holzschnitt, Mossi, Turin um 1830
Tarock
Bayerisches Einfachbild, kolorierter Holzschnitt, unbekannter Hersteller, Bayern um 1830
Schafkopf
Sprichwörter Tarock, kolorierter Kupferstich, Friedrich Gotthelf Baumgärtner, Leipzig (mehrfach versteuert, z.B. 1849) um 1830
Tarock
L'hombre Spielkarten, kolorierter Kupferstich, Sommer & Seupke, Dresden 1849  
L’hombre
L’hombre- oder Whist-Spielkarten, kolorierter Stahlstich, A. Schultz, Freiberg 1849  
L’hombre, Whist
Kinder Spielkarten, kolorierter Stahlstich, Johann Conrad Jegel, Nürnberg um 1850
 
Tarock mit Szenen aus dem Leben der Zeit, kolorierter Stahlstich, Carl Ludwig Wüst, Frankfurt um 1850
Tarock
Sächsische Schwerterkarte, frühes Doppelbild, kolorierter Kupferstich, Traugott Knaut, Weimar um 1860
Skat
Feine Whist Spielkarten, Souvenirkarten Heidelberg, kolorierter Kupferstich, Maximilian Frommann, Darmstadt um 1860
Whist
Preußisches Doppelbild, Lithografie, Altenburger Spielkartenfabrik um 1870
Schafkopf
Kavalierskarte, kolorierter Holzschnitt, Friedrich August Lattmann, Goslar um 1870
Solo, Skat
Wiener Bild, kolorierter Kupferstich, 1. Ungarische Spielkartenfabrik, Budapest um 1870
Schnapsen, Mariage
Celluloid-Skatkarten, Lithografie, Paul Barth, Ilmenau um 1875
Skat
Anglo-amerikanisches Einfachbild, Lithografie, Altenburger Spielkartenfabrik um 1880
Skat
Skatkarten für einen Chemnitzer Club, Lithografie, Vereinigte Stralsunder Spielkartenfabriken A.G., Chemnitz um 1880
Skat
Neue Deutsche Spielkarte, sog. Rübchenkarte, Dr. T. Schröder, Jena 1883  
Skat
Kongress-Karte, Lithografie, Altenburger Spielkartenfabrik, Altenburg 1886  
Skat
Damenskatkarten, Chromolithografie, Altenburger Spielkartenfabrik, Altenburg um 1890
Skat
Jugendstil -Karte, Chromolithografie, Otto Tragy, Altenburger Spielkartenfabrik, Altenburg um 1900
Pikett, Skat, Whist
Frankfurter Bild, C.L.Wüst, Frankfurt um 1900
Skat
Skatkarten mit Werbung auf der Bildseite um 1900
Skat
Bayerisches Einfachbild, A. Hasenaur, München um 1906
Schafkopf
Kriegspielkarte 1. WK, Chromolithografie, Altenburger Spielkartenfabrik, Altenburg um 1915
Skat
Spielkarten für deutsche Auswanderer, The U.S. Playing Card Co., Cincinnati Ohio 1920  
Skat, Gaigel/Binokel
Werbekarte OSRAM, Altenburger Spielkartenfabrik um 1925
Skat
Schwerterkarte Doppelbild, C.L.Wüst, Frankfurt um 1925
Skat
Skat-Kongress-Karten, Chromolithografie, Altenburger Spielkartenfabrik, Altenburg 1928  
Skat
Olympia-Skatkarte, Otto Pech (PIX), Vereinigte Stralsunder Spielkartenfabrik Werk Altenburg 1928  
Skat
Anglo-amerikanisches Bild, Altenburger Spielkartenfabrik um 1928
Skat
Olympia Spielkarte, Patentierte Skatkarte, Nussgruber, Vereinigte Münchener Spielkartenfabriken, München um 1940
Skat, Rommé
Deutsches Bild / Altenburger Bild, Walter Krauss, Altenburg 1964  
Skat
DDR-Skatturnierkarte 50 Jahre Skatgericht. 1977  
Skat
Neues Turnierbild, Altenburg 1994  
Skat
Der Ursprung der Spielkarten liegt in Ostasien, vor allem in Korea und China. Die ältesten heute bekannten Spielkarten können in das 12. Und 13. Jahrhundert datiert werden. Von dort aus haben sie sich weltweit verbreitet, in Europa sind Spielkarten mindestens seit dem 13. Jahrhundert nachgewiesen.
Anders als heutzutage wurden Kartenspiele früher zu vielen Gelegenheiten gespielt, darunter auch an großen Festen wie beispielsweise Hochzeiten: „Nach dem Essen wird in einem benachbarten Hause getanzt, die Weiber sehen, bis auf einige wenige, die den Brauttisch bewachen müssen, dem Tanz zu, die Männer unterhalten sich untereinander oder spielen Karten.“ (Landeszentrale für politische Bildung Thüringen: 163).

Die ausgewählten Spielkarten zeigen einen kleinen Überblick über die Entwicklung und Veränderung der Karten. Zur leichteren Orientierung sind im Folgenden die zu den Spielkarten gehörenden Spiele aufgelistet:
Karnöffel, Kaiserspiel (Keyserspiel), Kaisern, Chäisärä
Karnöffel ist ein Deutsches Kartenspiel, das vermutlich seit dem 15. Jahrhundert gespielt wird. Es ist das älteste deutsche Kartenspiel mit Trümpfen. Der Karnöffel (Landsknecht) ist die höchste Karte im Spiel und sticht alle „Oberen“, weshalb es auch als politische motivierte Handlung betrachtet und vor allem von der Oberschicht und Kirche nicht gerne gesehen wurde. Es wird heute vorrangig noch in der Schweiz mit dem erweiterten Deutschschweizer Blatt mit 48 Karten gespielt.
L’hombre, Lomber
L'hombre wurde vermutlich im 14. Jahrhundert in Spanien erfunden. In Spanien wird es mit national-spanischen Karten gespielt, welches keine Achten und Neunen beinhaltet, in Deutschland mit dem französischen Kartenbild, bei dem Achten, Neunen und Zehner aussortiert werden. L'hombre bildet die Grundlage des Reizens, wie es beispielsweise im Skat bekannt ist. Aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrads wurde das Spiel allerdings ab dem 18. Jahrhundert vor allem in Frankreich und England von Whist verdrängt.
Pharo (europäisch), Faro (amerikanisch), früher Pharao
Faro wurde Ende des 18. Jahrhunderts von französischen Einwanderern in Amerika eingeführt. Es ist ein Glücksspiel und wird mit 52 Karten des französischen Blatts gespielt. Der Bankier zieht nacheinander die Karten aus dem Kartenschlitten, während die vier Pointeure in verschiedenen Varianten auf die gezogenen Karten wetten. Vor der Ablöse durch Poker war es das beliebteste Spiel im Westen der USA.
Pikett, Piket, Piquet, Rummelpikett
Piquet ist ein französisches Kartenspiel, dessen Erfindung in das 16. Jahrhundert datiert wird. Es wird mit 32 Karten des französischen Blatts gespielt, manchmal auch mit deutschem Kartenbild.
Rommé
Rommé ist weniger die Bezeichnung für ein einzelnes Spiel als für eine Gruppierung von Spielen. Dazu gehören unter anderem auch Canasta oder Rummikub. Es ist ein Legespiel das, je nach Variante, mit einem oder zwei Paketen des französischen Blatts unter Beimischung von bis zu drei Jokern pro Paket gespielt wird. Der Ursprung liegt im Mexiko, wo Rommé aus dem Spiel Conquian hervorgegangen ist, das etwa um 1890 entstanden ist. In Deutschland dominiert die Variante Deutsches Rommé, das mit 52 Karten des französischen Blatts und sechs Jokern gespielt wird.
Schafkopf, Wendischer Schafkopf, Bayerischer Schafkopf, Bayerisch-Schafkopf, Schafkopfen
Schafkopf ist ein deutsches Kartenspiel, das heute besonders in Bayern bekannt und beliebt ist. Seine Entstehung ist nur sehr lückenhaft dokumentiert, erstmals schriftlich erwähnt wird es in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Gespielt wird es mit dem bayerischen oder dem fränkischen Blatt zu 32 Karten. Ziel des Spiels ist es, durch das Stechen möglichst viele Punkte zu erreichen.
Die Ursprünge gehen sehr wahrscheinlich auf den aus dem sächsischen und thüringischen Raum stammenden Wendischen Schafkopf zurück.
Schnapsen
Das Kartenspiel Schnapsen kommt aus dem ehemaligen Österreich-Ungarn und ist auch heute in diesen Provinzen noch sehr beliebt. Je nach Region wird mit deutschem oder französischem Kartenbild zu 20 Karten gespielt. Der Name leitet sich von „schnappen“ ab, also mittels Trumpf den Stich zu gewinnen.
Skat, Scat
Das deutsche Kartenspiel Skat wird je nach Region mit französischem, deutschem oder bayerischem Blatt zu 32 Karten gespielt. Die erste Urkundliche Erwähnung des Spiels findet sich im Jahr 1813. Es beinhaltet Komponenten des L'hombre, Schafkopf sowie des Tarock.
Solo, Deutsches Solo, Sollo, Modern Ombre
Solo ist die vereinfachte Form des komplexen Spiels L'hombre. Auch wenn es seine Ursprünge in Deutschland hat, wird es heute vorrangig in den USA gespielt. Ausgeteilt werden 24 französische oder deutsche Karten, wobei die Achten und Neuen wie beim L'hombre aussortiert werden.
Tarock
Der Name Tarock beschreibt eine große Spielkartenfamilie die mitunter Königrufen und Zwanzigerrufen beinhaltet. Ursprünglich kommt das Spiel aus Italien, wo es seit 1430 nachgewiesen ist. Die Spielkarten werden auch heute noch zum Wahrsagen benutzt und sind in diesem Rahmen als Tarotkarten bekannt. Ein vollständiges Tarock-Blatt beinhaltet 78 Karten, je nach Spiel variiert die tatsächliche Spielkartenanzahl.
Trappola
Das ursprünglich aus Venedig stammende Kartenspiel Trappola ist dem Piquet sehr ähnlich. Es lässt sich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen und wird mit einer Variante der italienisch-spanischen Karte gespielt, der Trappolierkarte. In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die letzten Karten in Prag produziert, heutzutage scheint das Spiel ausgestorben. Gespielt wurde es mit einem Blatt zu 36 Karten, auch das französische Kartenbild war gebräuchlich.
Whist
Das englische Kartenspiel Whist existiert vermutlich seit dem 17. Jahrhundert. Es wurde mit französischem Blatt zu 52 Karten gespielt. Whist ist der unmittelbare Vorläufer von Bridge, einem bis heute sehr beliebten Spiel in England, das seinen Vorgänger nahezu vollständig verdrängt hat.
2004 E-book, Landeszentrale für politische Bildung Thüringen. 2004. Quellen zur Geschichte Thüringens. Alltägliches Leben um 1800. Erfurt: LZT, 158-167.
2020 Spielkarten, Abbildungen von Spielkarten aus dem Zeitraum 1540 bis 1977, Skat- und Spielkartensammlung Marion & Gerd Matthes
2020 Spielkarten, Abbildungen der Skatkarte Neues Turnierbild 2010, Spielkartenfabrik Altenburg GmbH, © ASS Altenburger
2020 Spielkarten, Abbildungen der Skatkarte Deutsches Bild / Altenburger Bild 1964/2010, Spielkartenfabrik Altenburg GmbH, © ASS Altenburger
© 2020 skat-spielen.de, Zorica, Katrin. 2020. „Die Geschichte des Skatspiels kompakt“ online verfügbar unter: https://www.skat-spielen.de/skatgeschichte.php und „Die Geschichte des Skatspiels kompakt - Spielkarten“ online verfügbar unter: https://www.skat-spielen.de/skatkarten.php, Bei Zitaten jeder Art bitte eine kurze Info an uns. Für Großzitate bitte vorher anfragen. Über Hinweise oder Ergänzungen freuen wir uns jederzeit.
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